Als begeisterter Maker und IoT-Enthusiast habe ich in den letzten Monaten intensiv mit Meshtastic experimentiert. Meshtastic ist eine offene Plattform für LoRa-basierte Mesh-Netzwerke und ist perfekt für Bastler, die internetunabgig textbasiert chatten wollen. Es eignet sich hervorragend für Outdoor-Abenteuer, Remote-Überwachung oder einfach zum Spaß am Tüfteln.
In diesem Guide teile ich meine persönlichen Erfahrungen mit meinen Meshtastic Geräten. Ich konzentriere mich auf die Auswahl und die Vor- und Nachteile, ohne gleich ins Flashen einzutauchen. Stattdessen schauen wir uns an, was die Geräte ausmacht, und ich gruppiere sie nach ihren Mikrocontrollern (ESP32 und nRF52840). So kannst du leichter entscheiden, was zu deinen Projekten passt.
Bevor wir zu den Geräten kommen, musst du dir im klaren sein, welche Frequenzbänder in deinem Heimatland für Lora verwendet wird, da es hier je nach Land unterschiedliche Vorschriften gibt. In den USA ist hier das 915mhz-Band vorgeschrieben, in Europa 433 MHz oder 868 MHz (Lora Frequenzen).

Bevor wir uns die verschiedenen Geräte ansehen, empfehle ich dir vorab klein zu starten. Kaufe lieber ein günstiges Board, um dir einen Überblick über Meshtastic zu verschaffen, später kannst du ggf. upgraden.
ESP32-Geräte: Mehr Features, aber höherer Verbrauch #
Der ESP32 ist ein vielseitiger Mikrocontroller, der in vielen Meshtastic-Geräten steckt. Er bietet integriertes Wi-Fi und Bluetooth, mehr Speicher für Dinge wie Range-Tests und sogar einen Web-Client. Der Nachteil? Er verbraucht mehr Strom, was ihn weniger ideal für solarbetriebene Remote-Setups macht. In meinen Tests habe ich gemerkt, dass der ESP32 super für den Alltag ist, wenn du oft mit Apps oder Netzwerken interagierst, aber bei langen Batterielaufzeiten punkten die Alternativen.
LilyGo T-Beam: Der beliebte Einstieg #
Der LilyGo T-Beam ist eines der ersten Geräte, die ich ausprobiert habe – und es ist nicht umsonst so populär. Viele YouTuber schwören darauf, und ich kann das nachvollziehen. Es ist ein reines Board ohne Gehäuse, also musst du dir eines kaufen oder 3D-drucken, dabei gibt es bereits viele fertige Designs auf Seiten wie Thingiverse oder Printables. Der T-Beam hat einen LCD-Display (manchmal ungelötet, also achte darauf), GPS für Positionsdaten und in der Supreme-Version sogar einen BME280-Sensor für Feuchtigkeit, Druck und Temperatur.
Ich empfehle Modelle mit dem SX1262-Chip, wie den T-Beam mit M8N-GPS oder den Supreme. Durch den Gain-Boost des SX1262 können deutlich höhere Reichweiten erziehlt werden. Vermeide ältere Versionen wie 0.7 oder 1.1 ohne SX1262, oft werden diese auf Plattoformen wie Aliexpress unter falscher Version zu sehr günstigen Preisen verkauft. Beim Supreme gibt es zwei GPS-Optionen: Der günstige L76K braucht ca. 30 Sekunden für einen Fix und ist 1-5 Meter genau, während der teurere Ublox schneller und präziser (bis Zentimeter) ist. Achte auf die Antenne, oft ist die mitgelieferte Antenne sehr schlecht und sollte durche eine spezifische Antenne für 815 MHz ersetzt werden.
Heltec LoRa 32 Serie: Vielseitig und bewährt #
Die Heltec LoRa 32-Serie ist eine solide Wahl. Ich habe verschiedene Modelle getestet, und sie funktionieren ohne Probleme. Wie auch beim T-Beam sollte man hier nicht auf günstige Schnäppchen der Version 2.1 hereinfallen, da diese von Meshtastic nicht mehr unterstützt werden. Alle neuen Heltecs haben das den SX1262 verbaut, hier ist also kein genaues hingucken nötig. Kein Gehäuse inklusive, also wieder Bastelspaß.
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LoRa 32 V3: Mit Display, ohne GPS – ideal für einfache Setups.

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Wireless Tracker: Display und GPS – super für Tracking-Projekte.
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Wireless Paper: E-Ink-Display, kein GPS – energiesparend beim Anzeigen, hierbei ist es wichtig auf dem Meshtastic-Github die richtige Version zu nutzen, da das Eink Display sonst nicht funktioniert.
NRF52-Geräte: Energiesparend und ideal für Remote #
Der NRF52 ist mein Go-to für stromsparende Outdoor-Nodes. NRF52 basierende Geräte haben nur Bluetooth (kein Wi-Fi), dafür sind sie super effizient, perfekt für Solar-Remote-Setups. Ich gehe im weiteren Verlauf des Artikels noch auf den RAK-Wisblock ein, der auf dem nRF52840 basiert.
RAK Wireless WisBlock: Modularer Traum #
Der WisBlock ist mein absoluter Favorit, die Modularität macht schafft viele Möglichkeiten dein bisheriges Setup zu erweitern. Er hat nur Bluetooth (kein Wi-Fi), was bei mir bis zu 10 Meter weit geht. Das RAK4631 basiert auf einem nRF52840, somit ist das Modul sehr stromsparend. Die Trägerboards haben einen integrierten Solar-Lader (bis 6V Panel) und sind ideal für Outdoor-/Remote-Deployments.
Du startest mit einem der Base-Boards für den RAK4631 Meshtastic oder direkt mit dem WisBlock Meshtastic Starter Kit 800mhz für EU. Zum erweitern steckst du einfach GPS, BME680-Sensor (Temperatur, Druck, Feuchtigkeit, Luftqualität) oder Ethernet hinzu. Es gibt ein Starter-Kit und alle haben SX1262. Standardmäßig enthält der Wisblock kein Display, dieses kann aber bei Bedarf nachgerüstet werden. Jedoch sollte man, um den Stromverbrauch so gering wie möglich zu halten, kein Display nutzen.
Ich betreibe bereits seit über 5 Monaten meine Outdoor-Knoten, bisher ohne Ausfälle oder Probleme.

Zum Abschluss: Starte mit dem, was zu deinem Budget und Projekt passt. Ich habe mit dem T-Beam angefangen und bin zu modularen wie dem WisBlock gewechselt. Probiere aus, bastle Gehäuse und teile deine Erfahrungen! Im nächsten Artikel schauen wir uns Antennen an.
Schreibe mir gerne deine Erfahrungen an blog@lucabolanz.de!