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Pixelure Whip Antenne Review

·475 Wörter·3 min
Luca
Autor
Luca
IT-Admin mit Fokus auf Infrastruktur, Linux und Netzwerke. Leidenschaftlicher Bastler, experimentiert mit Homelabs, Programmierung und Maker-Projekten.

Einleitung
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Günstige Whip-Antennen für das 868-MHz-Band wecken schnell Interesse, besonders wenn gleich ein Set von fünf Stück angeboten wird. Das Versprechen klingt verlockend: 10 dBi Gewinn für eine hohe LoRa-Reichweiten und das zu einem recht niedrigen Preis. Ich habe mir das (5er-Set Pixelure 10 dBi 868 MHz Whip Antennen) genauer angesehen und mit einem LiteVNA durchgemessen. Die Ergebnisse waren leider alles andere als überzeugend.

Der Testaufbau
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Für die Messungen habe ich jede einzelne der fünf Antennen separat an den LiteVNA angeschlossen. Die Antennen aus dem Set verfügen über einen SMA-Male Anschluss, weshalb ihr ohne Adapter gearbeitet werden kann. Als Benchmarkfrequenz wird 868,9 MHz verwendet. Als Kriterium für die Bewertung habe ich das Stehwellenverhältnis (SWR) herangezogen. Es zeigt unmittelbar, wie gut eine Antenne auf die gewünschte Frequenz abgestimmt ist.

LiteVNA und Antennen

Messergebnisse und Beobachtungen
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Drei der fünf Antennen zeigten ihr bestes SWR bei rund 344,5 MHz und erreichten dort einen Wert von 1,067. Das wäre eigentlich ein hervorragender Wert, nur leider auf einer völlig falschen Frequenz.

SWR 1 bei 344,5 MHz

Im für uns relevanten Bereich bei 868,9 MHz sieht es ganz anders aus. Dort liegt das SWR dieser drei Antennen zwischen 1,9 und 2,5.

Antenne 1

Messergebnis Antenne 1

Antenne 2

Messergebnis Antenne 2

Antenne 3

Messergebnis Antenne 3

Zwei der fünf Antennen schnitten etwas besser ab. Sie erreichten bei 868,9 MHz immerhin Werte von 1,6 bis 1,8. Auch das ist nicht optimal, aber zumindest brauchbarer als die übrigen Exemplare.

Antenne 4
Antenne4
Antenne 5
Antenne 5

Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Antennen nicht wirklich für das 868-MHz-Band gefertigt wurden. Es könnte sich um einen Produktionsfehler handeln oder um eine Verwechslung mit einem Modell für eine deutlich niedrigere Frequenz. Besonders auffällig war zudem die Streuung innerhalb des Sets. Während manche Antennen völlig unbrauchbar waren, zeigten andere zumindest eine halbwegs brauchbare Resonanz. Das spricht nicht gerade für eine saubere Qualitätskontrolle.

Was bedeutet das in der Praxis?
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Für Antennen ist ein SWR von über 2 nicht empfehlenswert. Ein Teil der Sendeleistung wird zurück in das Gerät reflektiert, anstatt abgestrahlt zu werden. Dies verringert nicht nur die Reichweite, sondern kann auf Dauer auch die Elektronik belasten. Selbst die zwei halbwegs brauchbaren Exemplare im Set bleiben hinter den Erwartungen zurück, die man an eine auf 868 MHz spezialisierte Antenne stellt.

Fazit
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Das getestete Set von fünf Pixelure-10-dBi-868-MHz Whip-Antennen klingt auf dem Papier verlockend, liefert in der Praxis jedoch keine überzeugenden Ergebnisse. Drei von fünf Antennen sind klar auf einer falschen Frequenz resonant. Die beiden übrigen schneiden ebenfalls nur mittelmäßig ab. Für ernsthafte LoRa-Projekte ist dieses Set daher keine Empfehlung. Wer wirklich stabile Verbindungen und große Reichweiten aufbauen möchte, sollte etwas mehr investieren und auf bewährte Antennen zurückgreifen.

Eure Erfahrungen?
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Mich interessiert, ob du auch ähnliche Erfahrungen mit günstigen Whip-Antennen gemacht hast. Gerade im DIY-Bereich sind Erfahrungsberichte und Messergebnisse von anderen Bastlern unglaublich wertvoll. Schreib mir also gerne welche Antenne du nutzt und wie deine Messungen ausgefallen sind (blog@lucabolanz.de).